Wünsche für...


  

Die „große Liebe“ der 10jährigen Lara / „Sinnvolle Baustellen in Mönchengladbach – aber nicht alle gleichzeitig“
Wünsche von Besuchern der 5. Rheydter Kunsttage an der Wunsch-Bar der „Blauen Rheydter“

Im Rahmen der 5. Rheydter Kunsttage hat die Künstlergemeinschaft „Der Blaue Rheydter“ eine Wunsch-Bar eingerichtet, an der jeder Besucher gleich welchen Alters seine Wünsche für sich selbst, für die Stadt Mönchengladbach, für die Menschheit und für die Erde/Welt aufzeichnen oder schreiben konnte. Interessant war zu beobachten, dass für die eigene Person am wenigsten auf die Pinnwand geklebt wurde, die meisten Wünsche jedoch für die Stadt, in der gelebt wird.

Wünsche für sich selbst

Gesundheit, Glück, Liebe, Stärke, Mut, aber auch mehr Gelassenheit und Frieden wünschten sich die meisten. Andere wollen interessante Menschen kennen lernen, Vorurteile abbauen, Erfolg in der Schule haben und gern eine Familie gründen. „Ich möchte Allen mit meinen Talenten dienen“ schrieb eine 60jährige Frau auf den Zettel. Viele Inspirationen und Einsichten, gar Transformation war gewünscht, eine Frau mittleren Alters schrieb: „Ich möchte die sein, die ich eigentlich bin“. „Die große Liebe“ erwartet bereits die 10jährige Lara und hat ein dickes rotes Herz dazu gemalt; „einen Hund oder zwei“ wünscht sich ein Kind ganz konkret, und ein älterer Herr möchte wieder gut sehen können.

Wünsche für die Stadt Mönchengladbach

Die „Wunsch-Bar“ in einer Kunstausstellung fordert auch das Thema Kultur. Mehr Kunstverständnis der Politiker und das sinnvolle Einsetzen von Steuergeldern, auch und immer wieder für die Kunst, mehr Ausstellungsräume sowie insgesamt Raum für Kreativität waren Wünsche von Rheydter Bürgern. Politiker, die die Wahrheit sagen, Vernunft in Politik und Verwaltung war gefragt, Politiker mit Visionen und bürgernahen Umsetzungen gewünscht. „Keine Schulden mehr“, fordert kategorisch ein 14jähriger. „Sinnvolle Baustellen“ gesteht ein 12jähriger der Stadt zu, „aber nicht alle gleichzeitig“. Dafür werden mehr Respekt vor der Umwelt, mehr Grünflächen, mehr Spielplätze, mehr Sitzgelegenheiten, mehr Wasserflächen, mehr Schwimmbäder, mehr schöne Geschäfte und Lokalitäten zum Verweilen sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen gefordert. Leerstände sollte man günstig vermieten, insgesamt wünscht man sich eine „bevölkerte Innenstadt“. Und statt mit dem Auto sollte man mehr mit dem Fahrrad fahren, ja und dafür braucht man mehr Fahrradwege. Ein 59jähriger wünscht, dass niemand mehr in Mönchengladbach obdachlos sein muss.

Wünsche für die Menschheit

Liebe, Frieden, Menschenrechte, Glück, Zufriedenheit, Freundschaft, Gesundheit, Rücksichtnahme, Toleranz, Integration, Nahrung für alle, waren mehrfach genannte Wünsche für die Menschheit. Ein 12jähriger möchte einen höflichen Umgang miteinander haben, „mutig die eigenen Talente leben“ die 60jährige Gabriele, jeder soll eine Familie haben, wünscht ein 8jähriges Mädchen, keine Kinderarbeit, Grundeinkommen für alle, die ihre Talente leben, weniger Cyber-World, dafür mehr Gespräche miteinander. Wenn man die Wünsche der kleinen und großen BürgerInnen liest, ist die Tendenz eine bessere Welt mit ethischen Werten. „Nicht dem Leben die Jahre nehmen, sondern den Jahren viel Leben geben“ schrieb eine junge Frau ihr Lebensmotto auf den Zettel.

Wünsche für die Erde/Welt

„Ich möchte für die Welt, dass alle glücklich sind“ schrieb die 8jährige Maya mit rotem Filzstift in dicken Lettern. Keine Armut, gleiche Chancen für alle, keine Gewalt, „gerechte Verteilung von allem Guten“ wünschte ein 14jähriger. Frieden, Zusammenhalt, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Achtsamkeit, Wertschätzung waren die Wünsche für die Welt. Aber auch: Beseitigung des Hungers, Bildung für alle, ein langes Leben für unsere Erde, kein Braunkohle-Tagebau mehr, keine Ausbeutung der Natur, sauberes Wasser für alle, Schutz von Lebensräumen nativer Völker, mehr Bäume pflanzen, Kraft für die Erde. Konkret zur politischen Lage wurden Wünsche geäußert wie Friedensverhandlungen in Syrien einleiten, kein Krieg gegen Syrien anzetteln, alle Atomreaktoren ausschalten, die Welt soll Japan in Fukushima helfen, Freie-Energie-Technologien einsetzen und Klimalügen einstellen, forderte ein 65jähriger. „Liebe und Licht – jeder trägt es in unsere Welt“ und „Alle gemeinsam in Liebe mit der Welt“ so zwei Besucherinnen, könnte man als übergeordnetes Fazit der Wunsch-Bar der Blauen Rheydter 2013 formulieren.